Herstellung von Ölauszügen aus Ringelblumen
oder Johanniskraut
Ringelblumenöl und Johanniskrautöl sind, vor allem in Bayern,
traditionelle Hausmittel gegen mancherlei Leiden und werden meist zuhause
hergestellt. Über die Wirksamkeit und die möglichen Anwendungsgebiete
existieren zum Teil widersprüchliche Meinungen, daher wollen wir
darauf nicht eingehen.
Ebenso existieren viele Rezepturvorschläge. Manche überlieferten
Rezepturen verwenden zuwenig Pflanzenmaterial, so daß der Ölauszug
den Namen „Auszug“ eigentlich gar nicht verdient, manche Rezepturen
schreiben so viel Pflanzenmaterial vor, daß das Öl gar nicht
das Pflanzenmaterial erschöpfend extrahieren kann.
Auch über das zu verwendende Öl gibt es unterschiedlichste Ansichten.
Wir empfehlen Olivenöl hoher Qualität (Art.-nr. 1.011.008),
da sich dieses in Anbetracht der zu verwendenden Menge im Vergleich zu
anderen hochwertigen Ölen (Avokadoöl, etc.) preislich in einem
vertretbaren Rahmen bewegt. Erdnußöl können wir nicht
empfehlen, da einige Menschen über eine Erdnußallergie verfügen.
Um das Öl vor Ranzigwerden zu schützen (Olivenöl neigt
ohnehin nicht zum schnellen Ranzigwerden), kann D-_-Tocopherol (Vitamin
E, Art.-nr. 1.012.022) zu 0,02% (Gewichts-%) zugesetzt werden. Hierzu
gehen Sie wie folgt vor: Vermengen Sie 100 g (genau: 99,979 g) Öl
mit 0,021 ml Vitamin E (mit einer Insulinspritze aus der Apotheke kann
man 0,02 ml dosieren; 0,021 ml entspricht dem anhand der Dichte des Vitamin
E errechneten Volumens von 0,02 g bei 20°C).
Die meisten traditionellen Rezepturen schreiben die Verwendung von frischen
Ringelblumenblüten und frischem Johanniskraut vor. Wir empfehlen
dies nicht, da das frische Pflanzenmaterial zu viel Feuchtigkeit enthält.
Die Feuchtigkeit kann im Öl kleinste Wassertröpfchen bilden,
was das Verderben des Öls erheblich beschleunigt. Daher sollte das
Pflanzenmaterial mindestens einen Tag angetrocknet werden, besser noch
1 Woche vollständig getrocknet werden. Behutsam getrocknete Pflanzen,
d.h. luftig im Schatten dünn ausgelegt, behalten weitestgehend ihre
Wirkstoffe.
Wir können Ihnen folgende einfache Rezepturen empfehlen:
Ringelblumenöl
14 Gramm einen Tag angetrocknete Ringelblumenblüten werden mit
86 Gramm Öl (evtl. mit 0,02% Vitamin-E-Zusatz) übergossen
oder
7 Gramm getrocknete Ringelblumenblüten werden mit 93 Gramm Öl
(evtl. mit 0,02% Vitamin-E-Zusatz) übergossen
und 3 Wochen in einem mit Gaze bedecktem Gefäß in der Wärme
vor Licht geschützt stehen gelassen. Täglich umrühren.
Daraufhin wird durch ein Seihtuch ausgepreßt und durch einen Kaffeefilter
filtriert.
Bei Verwendung von angetrocknetem Pflanzenmaterial muß das Öl
nach dem Filtrieren noch einige Tage in einem offenen, mit Gaze bedecktem
Gefäß an einem sehr warmen Ort gelagert werden, damit sichergestellt
ist, daß das Öl vollkommen wasserfrei ist. Keinesfalls dürfen
sich am Gefäßboden auch nur kleinste Wassertropfen absetzen,
es bildet sich sonst in kürzester Zeit Schimmel!
Johanniskrautöl
20 Gramm einen Tag angetrocknetes Johanniskraut wird mit 200 Gramm
Öl (evtl. mit 0,02% Vitamin-E-Zusatz) übergossen
oder
10 Gramm getrocknetes Johanniskraut wird mit 200 Gramm Öl (evtl.
mit 0,02% Vitamin-E-Zusatz) übergossen
und 3 Wochen in einem mit Gaze bedecktem Gefäß in der Wärme
vor Licht geschützt stehen gelassen. Täglich umrühren.
Daraufhin wird durch ein Seihtuch ausgepreßt und durch einen Kaffeefilter
filtriert.
Bei Verwendung von angetrocknetem Pflanzenmaterial muß das Öl
nach dem Filtrieren noch einige Tage in einem offenen, mit Gaze bedecktem
Gefäß an einem sehr warmen Ort gelagert werden, damit sichergestellt
ist, daß das Öl vollkommen wasserfrei ist. Keinesfalls dürfen
sich am Gefäßboden auch nur kleinste Wassertropfen absetzen,
es bildet sich sonst in kürzester Zeit Schimmel!
Die hier angegebenen Rezepturbeispiele dienen zur einfachen
Durchführung zu Hause und entsprechen nicht den offiziellen Monographien
der Arzneibücher.
Sollte Ihnen der Herstellungsaufwand zu groß sein, so können
Sie auch die fertigen Ölauszüge bei uns bestellen.
© Sankt-Florian-Drogerie Inh. Michael Nierle |